Darf ein AfD-Abgeordneter Vertretern der Regierung „Inkompetenz“ vorwerfen? Offensichtlich nicht. CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke haben sich das Präsidium des Bundestags so aufgestellt, dass solche Kritik zu empfindlichen Strafen führt.
picture alliance / dts-Agentur | -
Die Regierung ist inkompetent, deswegen sollte die eigene Partei an die Macht kommen. Das ist eine verständliche Position für jemanden, der in der Opposition ist. Doch im Bundestag ist es verboten, die Inkompetenz der Regierung Friedrich Merz (CDU) zu benennen. Zumindest ist es ziemlich teuer, wenn diese Kritik von der größten Oppositionspartei kommt und die Christsozialistin Andrea Lindholz als eine der vielen Vizepräsidentinnen des Bundestags über die Zulässigkeit oppositioneller Kritik richtet. Diese Konstellation führt dann zu Ordnungsrufen. Der dritte kostet 2.000 Euro, jeder weitere 4.000 Euro.
Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, berichtete auf X, dass er sich im Ältestenrat des Bundestags über diesen Ordnungsruf beschwert habe. Er wollte wissen, ob die Opposition die Regierung nun gar nicht mehr kritisieren darf. Darauf habe ihm das Präsidium geantwortet, es sei „die Gesamtschau der Rede gewesen“, an der sich die Christsozialistin Lindholz gestoßen habe.
— Dr. Bernd Baumann (@DrBerndBaumann) January 15, 2026
So geschah es in der vergangenen Woche dem AfD-Abgeordneten Martin Hess. Er hatte, wie Nius zuerst berichtete, in einer Aktuellen Stunde zum linken Terroranschlag von Berlin der SPD-Abgeordneten Rasha Nasr „Inkompetenz“ im Kampf gegen Linksextremismus vorgeworfen. Da diese Wertung gegen eine einzelne Person gerichtet gewesen war, sei es ein „persönlicher Angriff“, sagte Lindholz und rechtfertigte damit den Ordnungsruf.
Nasr hatte in der gleichen Debatte Hess zuerst fehlende Empathie vorgeworfen. Das richtete sich zwar auch gegen ihn persönlich, war aber für Lindholz nicht persönlich – und offensichtlich auch nicht so schlimm. Wohl wegen der „Gesamtschau“ und so. Es drängt sich der Verdacht auf, dass „Inkompetenz“ zu vermuten, nur dann ein Problem ist, wenn es ein Oppositioneller gegenüber der Regierung tut. Vielleicht dürften es noch Grüne und Linke. Die sind zwar auch Opposition, stimmen aber, wenn es darauf ankommt, mit der Regierung. Etwa, wenn es um die Aufweichung der Schuldenbremse geht oder darum, die AfD als größte Oppositionspartei aus dem Präsidium des Bundestags zu halten.
Ob das mit „Gesamtschau“ gemeint sei, wollte TE vom Präsidium des Bundestags wissen, deren Chefin die Christdemokratin Julia Klöckner ist. Die Pressestelle des Bundestags antwortet ausweichend: Zu Themen des Ältestenrats äußere sich das Gremium gar nicht, weil da „Vertraulichkeit“ herrsche. Grundsätzlich gelte, dass die Präsidentin Strafen verteilen dürfe, wenn die „Würde des Bundestages“ gefährdet sei: „Es handelt sich dabei um eine Einzelfallentscheidung, welche die konkreten Umstände der Debatte berücksichtigt.“
CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke verweigern im Bundestag der AfD den Platz im Präsidium, den die größte Oppositionspartei rechtmäßig haben sollte. Präsidentin Julia Klöckner (CDU) und ihre vielen Vizepräsidentinnen können dann den persönlichen Angriff der Vertreterin einer Regierungsfraktion gutheißen – und die Verteidigung gegen eben diesen Angriff als strafbar ahnden. TE wollte vom Präsidium auch wissen, ob das nicht Willkür bedeute und ob die regierungstragenden Präsidentinnen damit nicht der größten Oppositionspartei die Arbeit unmöglich machten? Darauf haben Julia Klöckner und ihr Team keine Antwort gegeben. Es wäre aber strafrechtlich bewehrt, ihnen deshalb Inkompetenz vorzuwerfen.

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Großartig! So wunderbar beschrieben. Auf einmal wächst wieder die Hoffnung, dass wir vielleicht doch noch nicht verloren sind. Vielen Dank!
Gerne! Es ist so gut, wenn man weiß, dass die Informierten nicht alleine sind.
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Wo ist die Demokratie geblieben? Wir brauchen unbedingt einen Gedenktag für die Demokratie. Einen Gedenktag für Menschenwürde, Menschenrechte, freie Meinungsäußerung. Neulich führte Herr Wegner (CDU-Regierungschef in Berlin) einen „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ ein. Wir brauchen noch einen Tag gegen Oppositions- und AfD-Feindlichkeit. Auch unbedingt einen Tag gegen Geschichtsverfälschung. Ein Gedenktag für die Kubakrise 1962 wird dringend benötigt, denn das damalige Kuba war für die USA, was die Ukraine heute für Russland ist. Niemand will feindliche Atomraketen vor seiner Haustür. Einen Gedenktag gegen die Billlionengeschäfte Corona und Klimawandel steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Ganz wichtig wäre auch ein Gedenktag für die… Mehr
Da ist sie wieder, die hässliche Fratze (das Bild passt) der Deutschen Demokratie, Made in Bundestag, Berlin. Wer Kritik nicht verträgt, gehört nicht in die Politik. Wer die Wahrheit nicht verträgt, ebenso wenig. Die Sitzungen des Bundetages in den 70/80gern hatten wenigestens noch Biss; und Substanz! Da wurde sich nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern auch manch heftiges Wortgefecht ausgetragen. Und am Ende hat man sicher fast immer auch wieder versöhnt; aber mit Sicherheit nicht Ordnungsgelder von mehreren Tausend DM für unliebsame Äusserungen geblecht. Und Oppositionsarbeit wurde akzeptiert und nicht verhindert! Es gab aber zur der Zeit auch nicht gleich mehrere… Mehr
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Kurzum: Nach dem bevorstehenden Untergang der alliierten BRD darf der sogenannte „Feminismus“ als gesellschaftliches Zerstörungsprogramm nie wieder in unserer Heimat Platz einnehmen!
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Die Inkompetenz hat tatsächlich ein weiteres Gesicht: Es fehlt wohl nur der Küchen-Kittel? Oder tut man da unseren vorzüglichen Köchinnen mit und oder ohne Sterne Unrecht?
Dazu kann man nur sagen: das übliche seit Merkel. Und verbessert durch die Ampel-Regierung, speziell Fäser, Bärbeck und Habock.
Die Frage nach der Kompetenz wird durch den Gesichtsausdruck dieser Gestalten eindrucksvoll beantwortet.